Menü und Suche

Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße

Am 7. Mai 2000 wurde die "Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße" der Öffentlichkeit übergeben. Neben einem Denkmal in der Form eines Podestes umfasst das von der Hamburger Künstlerin Sigrid Sigurdsson geschaffene Konzept der Gedenkstätte ein "Offenes Archiv", in dem Braunschweiger Einzelpersonen sowie örtliche Initiativen, Verbände und Institutionen ihre Erinnerungen und Gedanken hinterlegen können. Über 100 Kassetten wurden seit 1997 für das Archiv zusammengetragen, das im ehemaligen Invalidenhaus an der Schillstraße aufbewahrt wird. Teile des Inhalts der Kassetten werden nach und nach auf Tafeln auf dem Außengelände der Gedenkstätte installiert.

Aktuelle Entwicklungen

Die blaue Leuchtschrift...

„Die Zukunft hat eine lange Vergangenheit“, die Bestandteil der Gedenkstätte Schillstraße ist, wurde im Zuge der Umgestaltung des Areals, das von der Volksbank BraWo erworben und als „BraWoPark“ einer neuen Nutzung zugeführt wurde, im Februar 2013 rechtzeitig vor Beginn der Bauarbeiten demontiert, da sie an diesem Standort nicht verbleiben konnte. Die Gebäude auf dem ehemaligen Posthof, darunter auch jenes, das die Leuchtschrift trug, wurden abgerissen.

Die Volksbank und die Stadt Braunschweig haben in Gesprächen mit der Künstlerin Sigrid Sigurdsson sowie dem Arbeitskreis Andere Geschichte e.V., der im Auftrag der Stadt Braunschweig die Gedenkstätte betreut, eine neue konzeptionelle Lösung erarbeitet, die am authentischen Ort auf die Geschichte des KZ-Außenlagers verweist.

Auf dem Parkplatz des „BraWo-Parks“ wurde in unmittelbarer Nähe zur südlichen Begrenzungsmauer der Gedenkstätte auf dem Grundstück der BraWoPark GmbH von der Eigentümerin in Abstimmung mit der Stadt eine Sichtbetonscheibe mit 10 m Länge und 4 m Höhe aufgestellt. An dieser Sichtbetonscheibe wurden neue Leuchtbuchstaben mit dem Schriftzug „Die Zukunft hat eine lange Vergangenheit“ und der Unterzeile „Rabbinische Weisheit“ montiert.

Zudem wurde zur Sichtbarmachung der im Vorfeld der Bauarbeiten des BraWoParks gefundenen Fundamentreste einer Baracke des ehemaligen KZ-Außenlagers Schillstraße an der Fundstelle ein Sichtbetonrahmen aufgestellt. In Abstimmung mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege wurde der Grabungsfund gesichert und aus konservatorischen Gründen verfüllt.

Zur Ausschilderung des Gedenkstättenensembles sind im Januar 2017 Erläuterungstafeln angebracht worden.

Am 27. Januar 2017 konnte die Gedenkstätte Schillstraße am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus mit neuen Objekten und neuer Ausschilderung eingeweiht werden.

Stand: 25. April 2017

Veranstaltungen

Rechtsradikalismus in der regionalen Geschichte – drei Beispiele

Das derzeitige Umsichgreifen rechter Deutungsmuster und die wachsende Präsenz rechtsradikaler Positionen in der Öffentlichkeit gibt uns Anlass, sich für vergleichbare Entwicklungen in der Geschichte unserer Region zu interessieren. Hierbei stellen wir die Fragen, wie sich rechte Gruppierungen entwickelten, welche Ideenwelt sie verbreiteten und welchen Resonanzboden sie in der Gesellschaft fanden. Die jeweiligen Voraussetzungen für ihren Erfolg sind ein weiteres Thema beim Blick auf die Beispiele aus dem 20. Jahrhundert, zu dem wir Sie einladen möchten.

 

Donnerstag, 20.4.2017, 19.00 Uhr

Markus Gröchtemeier

1922 – Hitlers erste Helfer in Norddeutschland.
Der Aufstieg der NSDAP in Wolfenbüttel

Die Wiege der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in Norddeutschland liegt in der Stadt Wolfenbüttel. Im November 1922 gründeten die alteingesessenen Wolfenbütteler Heinrich Bode, Gustav Milzer, Hugo Schumacher, Wilhelm Gebhardt jun., Friedrich Köhlert und Reinhold Schild die erste NSDAP-Ortsgruppe außerhalb Süddeutschlands. Nicht zuletzt mit Hilfe der NS-Zeitung „Horchposten“, später „Niedersächsischer Beobachter“, eroberte die Hitlerbewegung in den Folgejahren die Orte des Kreises. Der Braunschweiger Historiker Markus Gröchtemeier, der für die Stadt Wolfenbüttel eine Publikation zur NS- und Nachkriegszeit erarbeitete, referiert über den Aufstieg der Nationalsozialisten in der Lessingstadt.

 

 

Donnerstag, 18.5.2017, 19.00 Uhr

Alexander Kraus

„Konjunkturritter“ und „Postenjäger“. Tagebuchreflexionen eines Kochs zum politischen Klima in Wolfsburg und Umgebung zur Zeit der DRP-Wahl 1948

Mit dem Ausgang der Kommunalwahl vom 28. November 1948 schrieb Wolfsburg ein schmähliches Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte, denn erstmals konnte eine „Partei des organisierten Rechtsradikalismus“ ein kommunalpolitisches Ausrufezeichen setzen. Wolfsburg wurde zum unrühmlichen Sonderfall, zur „Stadt der Nazis“ – auch in der überregionalen Wahrnehmung. Dr. Alexander Kraus vom Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (Wolfsburg) fragt in seinem Vortrag nach den Gründen für den beispiellosen Erfolg der Deutschen Rechtspartei (DRP), die damals mehr als 64 Prozent der Wählerstimmen gewinnen konnte. Dafür werden erstmals die Tagebücher des 1924 in Stettin geborenen Günter R. einbezogen.

 

 

Donnerstag, 22.6.2017, 19.00 Uhr

Stefanie Waske

Das Oktoberfest-Attentat und der Rechtsterrorismus der 1980er Jahre

Mit dem Anschlag auf das Münchner Oktoberfest am 26. September 1980 rückte ein junger Student in den Blick der Öffentlichkeit: Gundolf Köhler aus Donaueschingen, der bereits als Teenager an Übungen der Wehrsportgruppe von Karl-Heinz Hoffmann teilgenommen hatte. 13 Menschen tötete die Bombe auf der Wiesn, mehr als 200 wurden verletzt. Doch was hatte Köhler und seine rechten Kameraden einst motiviert, sich für paramilitärisches Training zu begeistern? Oder in ihrer Freizeit Sprengkörper zu bauen? Dies beleuchtet die Politologin und Journalistin Dr. Stefanie Waske, die für die Wochenzeitung DIE ZEIT zum Oktoberfestattentat recherchierte. Sie wird auch einen Blick auf regionale Gruppen und deren Vorfeldorganisationen werfen.

Zu diesem Thema