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Hansestadt Braunschweig

Die im südöstlichen Niedersachsen gelegene Großstadt Braunschweig hat eine lange hansische Geschichte, die bis heute in der historischen Erinnerung und im Stadtbild lebendig ist

Alte Waage (Braunschweig Stadtmarketing GmbH/Gerald Grote)

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit gehörte Braunschweig, das am Schnittpunkt bedeutender Fernhandelsstraßen lag, mit etwa 20.000 Einwohnern neben Lübeck, Hamburg und Bremen zu den größten Städten Norddeutschlands und war schon zu dieser Zeit ein bedeutendes Handels- und Gewerbezentrum. Die Entwicklung Braunschweigs zu einer Stadt von überregionaler Bedeutung wurde im 12. und 13. Jahrhundert vor allem durch Herzog Heinrich den Löwen und Kaiser Otto IV. gefördert. Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts gelang es den Braunschweiger Bürgern, zahlreiche Rechte für ihre Stadt zu erwerben, die sich daher schon in der Mitte des 14. Jahrhunderts selbst als freie Stadt bezeichnete.

Intensive Beziehungen zu zahlreichen anderen Hansestädten sind seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar. Braunschweiger Kaufleute waren schon zu dieser Zeit in Dänemark, England, Russland, Flandern und auf Gotland aktiv. Braunschweig war allerdings keine reine Handelsstadt wie die Mehrzahl der Seestädte, sondern zugleich ein wichtiger Gewerbestandort, wobei Tuche, Metallwaren und Waffen von besonderer Bedeutung waren. Ein hochgeschätztes Erzeugnis war außerdem die Braunschweiger Mumme, ein besonders haltbares Bier, dessen Verkauf erstmals 1390 belegt ist.

Altstadtmarkt mit Altstadtrathaus, St. Martini und Marienbrunnen (Braunschweig Stadtmarketing GmbH/Gerald Grote)

Über Jahrhunderte hinweg hat sich die Stadt Braunschweig aktiv in die Politik der Hanse eingebracht. Abgesandte der Stadt waren seit 1356 an zahlreichen Hansetagen beteiligt. 1427 fand ein von vielen Städten besuchter Hansetag in Braunschweig statt. Damals ging es unter anderem um die Unterstützung der Stadt Lübeck in einem Konflikt mit dem dänischen König Erich von Pommern. Ihre handelswirtschaftlichen Interessen versuchten die Braunschweiger im 14. und 15. Jahrhundert durch zahlreiche Bündnisse im Rahmen des Sächsischen Städtebundes und der Hanse zu sichern. 1494 wurde Braunschweig aufgrund seiner herausgehobenen Bedeutung zum Vorort des sächsischen Quartiers der Hanse. Auch am letzten Hansetag, der 1669 in Lübeck stattfand, nahmen Vertreter der Stadt Braunschweig teil.

Seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert kam es vermehrt zu Konflikten mit den Braunschweiger Herzögen, die mehrere Versuche unternahmen, die unabhängige Stadt zu unterwerfen. Den Braunschweigern gelang es allerdings bis ins 17. Jahrhundert, diese Angriffe auf die Selbständigkeit der Stadt erfolgreich abzuwehren. In diesem Zusammenhang spielte die finanzielle, diplomatische und militärische Unterstützung durch andere Hansestädte mehrfach eine wichtige Rolle. Schließlich konnte sich die Stadt der überlegenen Macht der Fürsten jedoch nicht mehr erwehren und verlor 1671 ihre Unabhängigkeit. Die Hansestadt Braunschweig war Geschichte. Geblieben sind steinerne Zeugnisse dieser Epoche der Stadtgeschichte wie das Altstadtrathaus, das Gewandhaus, die (rekonstruierte) Alte Waage, die städtischen Pfarrkirchen und verschiedene Bürgerhäuser.

Für die Stadt Braunschweig ist die Pflege ihrer hansischen Tradition bis heute eine Herzensangelegenheit. Deshalb engagiert sich die Stadt Braunschweig im internationalen Hansebund der Neuzeit und unterstützt das Ziel, die Hanse als Lebens- und Kulturgemeinschaft der Städte lebendig zu halten. Im Jahr 2027 wird Braunschweig Gastgeber des internationalen Hansetages sein.