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Stadtentwicklungskonzept

Braunschweig, 15. Juni 2018 Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

Bei der Präsentation des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (von links): Stephan Große und Birte Kepp von "urbanista", Thorsten Warnecke (Fachbereichsleiter Stadtplanung und Umweltschutz), Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. (© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen; Weiterverbreitung nicht gestattet)
Bei der Präsentation des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (von links): Stephan Große und Birte Kepp von "urbanista", Thorsten Warnecke (Fachbereichsleiter Stadtplanung und Umweltschutz), Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer.
(© Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen; Weiterverbreitung nicht gestattet)

Fünf Leitziele, zwölf Arbeitsfelder, 26 Rahmenprojekte. 216 Seiten. Die Stadtverwaltung legt das Ergebnis eines fast dreijährigen Beteiligungs- und Arbeitsprozesses zur Stadtentwicklung vor. Was 2015 unter dem Motto „Denk Deine Stadt“ mit Fragen an die Bürgerinnen und Bürger: „Wo würdest Du Braunschweig verändern? Wo soll es bleiben, wie es ist? Und was fehlt Dir?“ begonnen hat, ist jetzt in einen vielschichtigen und komplexen Handlungsrahmen gemündet: Der Entwurf des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes liegt vor, nichts weniger als eine Agenda der Stadtentwicklung für die kommenden 15 Jahre. Eine Leitlinie für Rat und Verwaltung, die alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens abdeckt.

Stadtentwicklung, das ist hier umfassend gemeint, d. h. alles wird zusammen gedacht und betrachtet: Soziales, Bildung, Stadtgestaltung, Wirtschaft, Kultur… Und schließlich dient das Konzept auch als Basis für die Überarbeitung des Flächennutzungsplanes der Stadt Braunschweig.

Ein wenig stolz sei er, diese 216 Seiten heute in Händen halten zu können, sagte der Oberbürgermeister bei der Präsentation vor der Presse. Denn es sei das Ergebnis eines aufwendigen und mitunter sehr anstrengenden Prozesses. Was mit 5.000 ausgefüllten Postkarten von Bürgerinnen und Bürgern begonnen habe, sei in der Folge vielfach geprüft, in Bürger- und Expertenworkshops weiterentwickelt und –diskutiert, mit bereits vorhandenen Planungen abgeglichen und in ein stimmiges Gesamtkonzept eingefügt worden, um einen Plan aus einem Guss zu entwickeln. Vor allem in den vergangenen Monaten haben Verwaltung und Planungsbüro „urbanista“ an diesem letzten, sehr arbeitsintensiven Schritt gearbeitet. „Ich möchte allen, die daran mitgewirkt haben, von den Bürgern, die Ideen eingebracht haben, über Vereine, Verbände, Institutionen, Fachleute, „urbanista“, bis zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung und nicht zuletzt dem Rat der Stadt Braunschweig, für ihr Engagement danken. Dies ist ein gemeinschaftliches Werk der Stadtgesellschaft“, betonte der OB.

So ein Gesamtkonzept aus einem Guss könne natürlich nicht jede Idee und jeden Vorschlag aufnehmen, erläuterte Birte Kepp, Projektleiterin bei „urbanista“. Es sei bei solchen Prozessen die besondere Herausforderung, aus der Vielzahl von Ideen und Detailvorschlägen ein großes Ganzes zu machen. Gleichwohl finde sich viel von dem wieder, was die Bürgerinnen und Bürger eingebracht hätten, nämlich in der Schwerpunktsetzung des Konzepts, die bereits im vergangenen Jahr vom Rat festgelegt worden war. Die Verwaltung hat mit „urbanista“ diesen Schwerpunkten zum einen bereits bestehende oder geplante Projekte zugeordnet, zum anderen neue Rahmenprojekte ausgearbeitet, die speziell für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept anhand der Schwerpunktsetzung ausgewählt wurden. Wenn diese Rahmenprojekte in den kommenden Jahren in die konkrete Planung gehen, werden sie jeweils einzeln in die Ratsgremien zur Diskussion eingebracht und in geeigneter Weise von Bürgerbeteiligung begleitet.

Ein Beispiel: Die Bürgerinnen und Bürger haben sich gewünscht, dass die Stadt nicht zersiedelt werden soll, dass vielmehr verdichtet und Brach- oder alte Industrieflächen ähnlich dem Westbahnhof neu für Wohnen und neuer Stadtgestaltung genutzt werden sollen. Diesem Leitziel „Die Stadt kompakt weiterbauen“ haben die Planer jetzt zum einen ein integriertes Flächenmanagement zugeordnet. So sollen geeignete Flächen künftig gesichert und beplant werden. Zum anderen wurden konkrete Planungsprojekte benannt, darunter das Förderprojekt „Bahnstadt“, das Europaviertel und die Flächenentwicklung an der Hamburger Straße.

Ein weiteres Beispiel: Vielfach gewünscht war eine Verbesserung der Mobilität in Stadt und Region, umweltverträglich, mit einem guten Mix der Verkehrsarten und mit effizienter Steuerung. Die Verwaltung will dem mit einem Mobilitätsentwicklungsplan, einem Rahmenprojekt „Smart Mobility“ sowie einem „Handlungsprogram Integrierte Mobilität“ Rechnung tragen. Außerdem werden bereits vorhandene Projekte wie die induktive Ladung bei E-Bussen der Verkehrs-GmbH, Fahrradstraßen oder die Anwendungsplattform Intelligente Mobilität mit dem Leitziel „Zukunftsorientierte Mobilität gestalten“ verknüpft.

Nach dem gleichen Prinzip seien sämtliche Arbeitsfelder aufgebaut, sagte Stadtbaurat Heinz Leuer. Beispiele sind der Coliving Campus im Arbeitsfeld Kultur, Freie Szene und Wissenschaft, die Erprobung von Lernlandschaften im Arbeitsfeld Bildung, Ausbildung und Familie, ein grünes Netz und Pocket Parks im Arbeitsfeld Umwelt oder ein Rahmenprojekt „Smart City“ im Arbeitsfeld „Forschung und wirtschaftliche Innovation“ oder das Rahmenprojekt „Sichere Stadt“. „Daran wird deutlich, dies ist Stadtentwicklung als 360-Grad-Projekt“, sagte Leuer. Alle Lebensbereiche sind erfasst und ganzheitlich, nicht nur vom jeweils Zuständigen, betrachtet worden.“

Mit der erbetenen Verabschiedung des Konzepts durch den Rat, die für November vorgesehen ist, ist damit das Thema Integriertes Stadtentwicklungskonzept nicht abgeschlossen, verdeutlichte Thorsten Warnecke, Fachbereichsleiter Stadtplanung und Umweltschutz. Die Planung und Steuerung der Projekte beginne dann ja größtenteils erst. „Die Umsetzung des ISEK wird tägliche Aufgabe in der Verwaltung.“ Nicht zuletzt sei das Konzept Grundlage für die Erneuerung des Flächennutzungsplans der Stadt Braunschweig, der festlegt, welche Nutzungen wo im Stadtgebiet möglich sein sollen.

Der Entwurf des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts wird jetzt dem Rat und der Öffentlichkeit vorgestellt. Dies geschieht bereits in der kommenden Woche. Höhepunkt ist dabei die Präsentation im Zukunftszelt auf dem Platz der Deutschen Einheit am Mittwoch, 20. Juni zwischen 13 und 19 Uhr. Hier werden alle Arbeitsfelder einzeln von Fachleuten und Vertretern der Verwaltung vorgestellt. Oberbürgermeister Ulrich Markurth wird sich bei allen Beteiligten für ihr Engagement und Durchhaltevermögen bedanken.

Informationen zum Stadtentwicklungskonzept können dann bis Freitag, 22. Juni 2018 jeweils zwischen 13 Uhr und 18 Uhr eingeholt werden. Die Verwaltung bietet am Donnerstag, 21. Juni, und Freitag, 22. Juni, verschiedene Gespräche mit Verwaltungsmitarbeitern und Experten zu ausgewählten Themen an. Hier können Bürgerinnen und Bürgern direkt Nachfragen stellen und in die Diskussion einsteigen. Schulen, Vereine, Gruppen sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich zu informieren. Der Rat soll das Konzept in seiner Sitzung im November beschließen. Vorher wird es in allen Stadtbezirksräten und allen Fachausschüssen beraten. Als Download ist es verfügbar unter

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