Menü und Suche

Spielfeldsituation auf dem Jahnplatz

Braunschweig, 07. März 2018

Antwortschreiben der Stadtverwaltung (Fachbereich Stadtgrün & Sport) vom 5. März 2018 an die SpVgg Wacker auf ihren Offenen Brief:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihren „offenen Brief“ vom 17. Februar 2018 haben Sie u. a. dem Fachbereich Stadtgrün und Sport per E-Mail zugeleitet. Da die Verwaltung, Pflege- und Unterhaltung der städtischen Bezirkssportanlage (BSA) Jahnplatz in den Aufgabenbereich meines Fachbereiches fällt, beantworte ich Ihren Brief zuständigkeitshalber und nehme zu Ihren Anliegen und Wünschen nachfolgend Stellung: Sie erklären, dass die Stadt die Rasenspielfelder der Bezirkssportanlage Jahnplatz „seit Jahren vernachlässigt" und so dafür sorgt, dass alle Fußballmannschaften Ihres Vereins seit Oktober 2017„kein geregeltes Training" durchführen können und auch kein „geregelter Spielbetrieb" mehr möglich ist.

Die Pflege- und Unterhaltung der städtischen Außensportflächen wird im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel in substanzerhaltendem Umfang und nach den anerkannten Regeln der Technik durchgeführt. Dabei erfolgt jährlich wiederkehrend eine für jedes Spielfeld einer Sportanlage individuelle fachkundige Beurteilung der Pflegenotwendigkeit, des Pflegeaufwandes und des Pflegeumfangs. Im Einzelfall gehören hierzu auch mehrjährig zu realisierende und aufeinander aufbauende, substanzstärkende Grundrenovationsmaßnahmen wie Vertikutieren, Aerifizieren, Besanden, Tiefenlockern und Tiefenlüften der Sportrasenflächen.

Auf der Bezirkssportanlage Jahnplatz wurde im Jahr 2010 eine kleintiersichere Einfriedung der gesamten Sportanlage durchgeführt. Seit zwei Jahren ist allerdings ein zunehmender Befallsdruck durch Maulwürfe auf der Sportanlage zu beobachten, die aus dem angrenzenden Bürgerpark kommend Wege gefunden haben, die Sportanlage zu besiedeln. Bedingt durch die Tätigkeit des Maulwurfs mit seinen Gangsystemen und Auswürfen Maulwurfserdhügel) entstehen Senken, Löcher und Unebenheiten, die Unfallgefahren darstellen können und regelmäßig beseitigt werden.

Ich weise darauf hin, dass der Maulwurf nach § 1 Bundesartenschutzgesetz und § 39 ff. Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt ist. Somit bleibt der Stadt als Betreiberin der BSA Jahnplatz nur die Möglichkeit, durch geeignete konstruktive Schutzmaßnahmen die Spielfelder und die Sportanlage bautechnisch so zu ertüchtigen, dass der Befallsdruck durch Maulwürfe erheblich reduziert bzw. unterbunden wird. Die Stadt beabsichtigt, Instandhaltungsmaßnahmen an den betroffenen Rasenspielfeldern, unter Umständen verbunden mit dem Einbau eines horizontalen Maulwurfschutzgitters voranzutreiben und durchzuführen, um auch zukünftig den Sportbetrieb auf der Sportanlage gewährleisten zu können. Die Vorbereitungen hierfür laufen.

Zurzeit wird ein Bodengutachten mit technischen Ausbauempfehlungen erstellt. Derzeitige Planung ist es, die erforderlichen Maßnahmen nach Freigabe des städtischen Haushaltes voraussichtlich im Sommer 2018 durchzuführen. Zustand des Funktionsgebäudes Sie stellen auch fest, dass die Sanitär- und Toilettenanlagen im Funktionsgebäude „wie seit Jahren bekannt, eine Zumutung sind". Diese Ansicht kann ich nicht teilen. Es handelt sich um ein Funktionsgebäude, welches zu Umkleidezwecken dient und Duschmöglichkeiten für die Sporttreibenden wie auch WC-Räume zur Nutzung bietet. Die beiden Duschbereiche sind nach städtischem Standard ausgestattet, die dazugehörigen WC-Räume wurden zusätzlich in den letzten Jahren mit einer modernen Vorwandinstallation und neuen WC-Becken und Urinalbecken ausgestattet. Dies gilt auch für die von außen zugänglichen Besucher-WC-Anlagen.

Es ist weiterhin vorgesehen, im Verlauf des Jahres 2018 weitere Instandhaltungsmaßnahmen im Bereich der Besucher-WC-Räume vorzunehmen. Ebenfalls stehen weitere Maßnahmen im Bereich des Bodenbelags der Flure an und soweit erforderlich, eine Ausbesserung und ein Neuanstrich von Wandflächen im Flurbereich. Wie Sie berichten, hat die Stadt im vergangenen Jahr eine erforderliche Instandhaltungsmaßnahme, die sich durch lösende Deckenplatten ergab, umgehend durchgeführt und dafür Sorge getragen, dass die Nutzung der betroffenen Räumlichkeiten innerhalb sehr kurzer Zeit wieder ermöglicht werden konnte.

Die Mitarbeiter des zuständigen Fachbereichs Hochbau und Gebäudemanagement arbeiten dabei eng mit der Sportfachverwaltung zusammen und sind stets bemüht, den Sportbetrieb auch künftig bei akuten Reparaturmaßnahmen möglichst wenig zu beeinträchtigen. Mitnutzung des Hockey-Kunststoffrasenspielfeldes Sie äußern den Wunsch, insbesondere in den Wintermonaten das Hockey-Kunststoffrasenspielfeld der BSA Jahnplatz für den Fußballsport mitzunutzen.

In diesem Zusammenhang verweisen Sie auf eine zwischen den Sportvereinen im Jahr 1993 getroffene Nutzungsvereinbarung. Diese Vereinbarung kann nur für das damalige vereinseigene Hockey-Kunststoffrasenspielfeld des BTHC Gültigkeit entfaltet haben. Der damalige „Vereinbarungsgegenstand" existiert seit dem Jahr 2009 nicht mehr, da der BTHC kein Eigentümer eines Kunststoffrasenspielfeld mehr ist.

Das seinerzeitige, abgängige und irreparable Kunststoffrasenspielfeld des BTHC wurde nach Rückgabe des Pachtgrundstücks von der Stadt am gleichen Standort erneuert. Dem BTHC wurde von der Stadt ein exklusives Nutzungsrecht eingeräumt. Bei dem neuen Kunststoffrasenspielfeld handelt es sich um ein sportartspezifisch ausgelegtes Normspielfeld für den Hockeysport.

Hierzu ist grundsätzlich zu sagen, dass dieser Hockey-Kunststoffrasen nur in einem gewässerten Zustand zu nutzen ist, um die Gefahr einer Verletzung und Gesundheitsgefährdung der Sporttreibenden zu minimieren bzw. zu verhindern. In der kalten Jahreszeit ist die Bewässerung des Spielfeldes „winterfest" ausgeschaltet und die Wasserleitungen sind entlüftet. Bei dem Kunststoffrasenspielfeld auf der BSA Jahnplatz handelt es sich um einen Vollkunstrasen, unverfüllt, speziell für den Hockeysport ausgelegt. Dieser Spielfeldbelag ist nicht für die spezifischen mechanischen Belastungen, die sich aus dem Fußballbetrieb ergeben, geeignet. Ich bitte daher um Verständnis, dass eine Nutzung des Hockey-Kunststoffrasenspielfeldes für Zwecke des Fußballsportes nicht gestattet werden kann.

Von den witterungsbedingten Platzsperrungen der städtischen Sportanlagen sind neben der SpVgg Wacker auch weitere Braunschweiger fußballsporttreibende Sportvereine betroffen. Nicht allen Vereinen steht in den Wintermonaten ein fußballgeeignetes Kunststoffrasenspielfeld für den Trainings- und Spielbetrieb zur Verfügung.

Die Sportfachverwaltung kann u. a. aus haushaltswirtschaftlichen Gründen nicht auf allen Sportanlagen Kunststoffrasengroßspielfelder errichten. Nach Rücksprache mit der Vereinsführung des TSV 1921 Schapen e.V. kann das dortige Kunstsstoffrasen-Trainingsspielfeld bei Interesse von der SpVgg Wacker gerne mitgenutzt werden.

Sofern Ihr Verein von diesem Angebot Gebrauch machen möchte, bitte ich Sie, sich mit dem Vereinsvorsitzenden; Herrn Rudolf, direkt in Verbindung zu setzen (Tel.: 0531- 60 94 93 52, E-Mail: thomas.rudolf@tsv-schapen.de). Darüber hinaus bestehen planerische Überlegungen, am Standort der beiden vorhandenen Tennisspielfelder der BSA Jahnplatz ein Kunststoffrasen-Trainingskleinspielfeld zu errichten, welches den Nutzern dieser Sportanlage in den Wintermonaten eine gute Trainingsmöglichkeit bieten könnte.

Ich hoffe für die Stammnutzer der BSA Jahnplatz, dass sich noch im Jahr 2018 mit den geplanten Maßnahmen auch weiterhin eine Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten der vorhandenen Spielfelder und des Funktionsgebäudes erreichen lassen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

i.A. Loose

alle Nachrichten