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Mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze besetzt

Braunschweig, 09. Juli 2019

Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast mit Braunschweigern, die für die VHS Arbeit und Beruf GmbH arbeiten. (Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen / Weiterverbreitung nicht gestattet)
Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast mit Braunschweigern, die für die VHS Arbeit und Beruf GmbH arbeiten.
(Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen / Weiterverbreitung nicht gestattet)

Braunschweig setzt das neue Teilhabechancengesetz der Bundesregierung um und ermöglicht in diesem Jahr 150 Langzeitarbeitslosen den Einstieg in den "Sozialen Arbeitsmarkt". Inzwischen hat bei der Tochtergesellschaft "Arbeit und Beruf" der Volkshochschule (VHS), bei der AWO, dem Deutschen Roten Kreuz, der Diakonie sowie dem Mütterzentrum schon mehr als die Hälfte der 150 vorgesehenen Personen einen Arbeitsvertrag unterschrieben.

Stand Jahresmitte 2019 bestanden in Braunschweig 94 Arbeitsverhältnisse im neuen Sozialen Arbeitsmarkt. Ein großer Teil der Stellen wurde bei der Stadt Braunschweig über die VHS-Tochtergesellschaft "Arbeit und Beruf" geschaffen, weitere Einstellungen erfolgten bei anderen Wohlfahrtsverbänden und sozialen Trägern. Es konnten aber auch 18 Stellen in der freien Wirtschaft realisiert werden.

"Eine erfreuliche Zwischenbilanz", bedankt sich die Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast bei den beteiligten Akteuren. "Wir haben das Teilhabechancengesetz schnell und professionell umgesetzt. Denn trotz der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt sind in Braunschweig immer noch mehr als 2400 Menschen langzeitarbeitslos. Und je länger die Suche nach Arbeit erfolglos bleibt, desto schwieriger wird der Weg zurück in einen Job. Daher brauchen die Betroffenen Unterstützung, die individuell auf sie ausgerichtet ist, und es ist gut, dass wir schnell handeln."

Am 1. Januar 2019 war das Teilhabechancengesetz in Kraft getreten. Ziel der Förderung nach § 16i SGB II ist, besonders arbeitsmarktfernen Menschen soziale Teilhabe durch eine längerfristige öffentlich geförderte Beschäftigung zu ermöglichen. Mittel- bis langfristiges Ziel bleibt es, Übergänge in ungeförderte Beschäftigung zu erreichen. Die bis zu fünfjährige Förderung umfasst einen Lohnkostenzuschuss, Coaching sowie die Übernahme von angemessenen Qualifizierungskosten.

Auch Jörg Hornburg, Geschäftsführer des Jobcenters Braunschweig, zeigt sich zufrieden mit dem Zwischenstand: "Wir planen bis zu 200 geförderte Arbeitsplätzen bis zum Ende dieses Jahres, davon 150 Stellen bei der Stadt und den Wohlfahrtsverbänden, 50 in der freien Wirtschaft."

Hauptakteuer bei der Umsetzung des neuen Programms ist die VHS Arbeit und Beruf GmbH, Tochtergesellschaft der Braunschweiger Volkshochschule. "Unsere Beschäftigungsförderungsprojekte sind seit Jahren an vielen Stellen in der Stadt Braunschweig sichtbar. Hier können die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter je nach ihren Voraussetzungen gezielt eingesetzt werden", erläutert Geschäftsführer Norbert Schäfer. "Projekte wie Wildkrautbeseitigung und Entfernung von Graffiti in der Innenstadt bieten sinnvolle Arbeitsplätze, durch die das Stadtbild Braunschweigs verschönert wird. In der Schulessensversorgung sind wir seit vielen Jahren ein anerkannter Dienstleister, und die Nachfrage steigt. Auch hier können wir jede Unterstützung gut gebrauchen", fügte Schäfer hinzu.

Wieviel Wertschöpfung durch Beschäftigte im Zweiten Arbeitsmarkt entstehen kann, lässt sich exemplarisch gut am Abenteuerspielplatz in Melverode zeigen. Hier ist das "Bauprojekt" der VHS-Tochter im Garten-Landschaftsbau in den letzten Jahren sehr aktiv gewesen und hat u.a. eine Überdachung für den Lehmofen und eine große Bühne gebaut. Aktuell wird eine Feuerstelle hergerichtet und mit einem Dach als Wetterschutz versehen. Alle Personen, die aktuell vor Ort mit den Arbeiten beschäftigt sind, sind mit einer Förderung nach dem Teilhabechancengesetz eingestellt.

Die prognostizierten Kosten für das neue Programm belaufen sich beim Jobcenter Braunschweig in 2019 auf ca. 1,5 Mio. €, die Kostenschätzung der Folgejahre auf rund 1,8 Mio. Euro. Zur Finanzierung stehen dem Jobcenter die regulären Mittel aus dem Eingliederungsbudget zur Verfügung, zudem fließen zusätzlich nicht unerhebliche Anteile von der Stadt ein, die eine solche Umsetzung erst für viele Träger ermöglicht. Auf städtischer Seite können zugleich Kosten der Unterkunft (KdU; "Wohngeld") eingespart werden, sodass die Projekte in der Summe für die Stadt weitgehend kostenneutral sein werden.
"Ein guter Start ist gelungen und wir wollen alle dazu beitragen, dass dieses große Förderprogramm in Braunschweig erfolgreich verläuft", fasst Sozialdezernentin Dr. Arbogast zusammen. "Denn Arbeit zu haben und für sich selbst sorgen zu können, ist eine Frage der Würde und der Teilhabe. Und ein Sozialer Arbeitsmarkt kann eine gute Brücke sein für einen Einstieg in feste Arbeit."

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