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Zweiter Bürgerworkshop: Trasse Volkmarode-Nord

Braunschweig, 22. Februar 2018 Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation

 (Foto: Verkehrs-GmbH)

Schon eine knappe halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung stehen die ersten Besucher im Foyer der IGS Volkmarode. Viele Bürger unterhalten sich, diskutieren, andere betrachten die Stelltafeln. Das Thema des Abends: die Gestaltung der künftigen Stadtbahntrasse nach Volkmarode-Nord. Auf manchen Stelltafeln sind wichtige Fakten zur Verlängerung der heutigen Linie 3 zusammengefasst. Andere beantworten Fragen, die während des ersten Bürgerworkshops im Dezember an gleicher Stelle aufgekommen waren. Mehr als 100 Menschen sind gekommen, um bei der Fortsetzungsveranstaltung an diesem Abend des 22. Februar die nächsten Planungsschritte mitzudiskutieren.

„In den vergangenen Wochen waren viele Menschen damit beschäftigt, ihre Ideen, Anregungen und Meinungen zusammenzutragen und auszuwerten“, erklärte Dieter Frauenholz vom beauftragten Planungsbüro KoRis dem Publikum in seiner Begrüßung noch einmal rückblickend. Bei dieser Gelegenheit stellte er mit Albrecht Curland auch gleich den neuen Projektmanager der Verkehrs-GmbH für das Ausbauprojekt vor.

 (Foto: Verkehrs-GmbH)

Michael Walther von der Stadt Braunschweig erläuterte anschließend in einer kurzen Präsentation, warum von den Bürgern im ersten Workshop angeregte alternative Trassenführungen nicht weiterverfolgt werden können. Statt die Trasse schon östlich des Remenhofs in Richtung Norden zum Neubaugebiet zu verschwenken, hatten Bürger angeregt, die Trasse weiter auf der Berliner Heerstraße zu führen und erst im Bereich des Verkehrsübungsplatzes eine Wendeschleife zu errichten. „Damit würden aber viele potenzielle Fahrgäste im Neubaugebiet abgehängt“, erklärte Walther. Die Trasse in einer eingleisigen Schleife entlang der Ziegelwiese, am Neubaugebiet vorbei und wieder zurück auf die Berliner Heerstraße zu führen, mache laut Walther ebenfalls keinen Sinn. Eine solche Blockumfahrung raube durch ihre Eingleisigkeit Flexibilität bei der Fahrplangestaltung und nehme dem Fahrpersonal den Ort für notwendige Ruhepausen. Eine Trassenführung südlich des Stadtteils über das freie Feld in Richtung IGS sei naturschutzrechtlich bedenklich und erschließe nur wenig neue Fahrgastpotenziale.

So konnten sich die Bürger danach in neun Arbeitsgruppen über die Details der einzig sinnvollen Trassenführung austauschen. Um die Diskussion zu strukturieren, hatten die Verantwortlichen die 1,2 Kilometer lange Plantrasse in drei Abschnitte unterteilt. In Abschnitt 1 ging es um die Lage der Bahntrasse im Bereich der Berliner Heerstraße östlich des Moorhüttenwegs. Abschnitt 2 befasste sich mit der Lage der Haltestelle an der Straße Unterdorf. In Abschnitt 3 ging es um den besten Platz für die Wendeschleife am Baugebiet Volkmarode-Nord. Zu jedem Abschnitt hatten die Gruppenleiter von Verkehrs-GmbH und Stadt Braunschweig jeweils vier Varianten als Diskussionsgrundlage mitgebracht.

 (Foto: Verkehrs-GmbH)

Bei der Trassenführung auf der Berliner Heerstraße geht es um die grundsätzliche Frage: Werden die Gleise streckenweise in die Fahrbahnen integriert oder gesondert verlegt?  Variante A1 mit einem besonderen Bahnkörper südlich der Berliner Heerstraße fand in den Gruppen wenig Anklang. In einer Breite von bis zu acht Meter müsste dabei in anliegende Privatgrundstücke eingegriffen werden. Die von den Bürgern favorisierten Optionen: Variante A3 mit einer langen Mitteltrasse und dem kleinen Nachteil, dass für Autofahrer einige Abbiegemöglichkeiten entfallen. Auch die ähnlich gestaltete Variante A4 mit einem Trassenteilstück auf der Fahrbahn gefiel der Mehrheit.

Bei der Festlegung der Haltepunkte an der Straße Unterdorf spielt der Aspekt der Schülerbeförderung eine große Rolle. Die mehr als 1000 Schüler der IGS stellen eine bedeutende Nutzergruppe der Stadtbahn dar. Daher sprachen sich drei Gruppen für eine Positionierung der beiden Haltestellen südlich der Berliner Heerstraße aus. Vorteil: Die Schüler müssen die Hauptverkehrsader nicht kreuzen. Allerdings wiegen auch die Nachteile schwer. Der Bau beider Haltestellen südlich der Straße bedeutet einen großen Eingriff in die Verkehrssituation. Weil die Variante mehr Flächenbedarf aufweist, wären Grundstücksankäufe vom Remenhof unvermeidbar. Vielleicht auch deshalb favorisierte die Mehrzahl der Arbeitsgruppen Variante B1 mit Haltepunkten auf beiden Seiten der Straße.

Auch im Wendeschleifen-Abschnitt gab es ein klares Votum. Die meisten Gruppen befürworteten Variante C3, bei der die Schleife nahe dem geforderten Marktplatz am Neubaugebiet verläuft, viel Grünfläche übriglässt, dort aber den Bau eines angrenzenden Geschäftsgebäudes einschränken würde. Ebenfalls hoch in der Gunst der Bürger: Variante C1 mit einer Schleife noch nördlich der Straße Ziegelwiese. Das Argument: Hier ist die Lärmbelastung für Anwohner am geringsten. Nachteil: Die Verlängerung nach Norden ist teurer. Von den Bürgern verworfen wurden die Varianten C2, die einen Eingriff in die als Naturdenkmal ausgewiesenen Flachsrotten zur Folge hätte, sowie Variante C4 mit einer Umrundung des späteren Marktplatzes und angrenzender Bebauungsfläche. Von Bürgern in vielen Gruppen ausdrücklich gewünscht wurde der gleichzeitige Bau eines Park+Ride-Platzes an der Wendeschleife.

Auch die im zweiten Workshop eingebrachten Ideen und Kritikpunkte der Bürger werden im Folgenden ausgewertet. Klaus Benscheidt, Leiter des städtischen Fachbereichs Tiefbau und Verkehr, verabschiedete sich am Ende mit dem Hinweis auf den für Mai 2018 vorgesehenen dritten Bürgerworkshop-Termin zum Ausbauprojekt Volkmarode-Nord. Bereits nächste Woche findet zuvor der Workshop zu der mit dem Trassenbau nach Volkmarode in Zusammenhang stehenden Wendeschleife in Gliesmarode statt:

Donnerstag, 1. März, Begegnungszentrum Gliesmarode, Soolanger 1a, 38104 Braunschweig; Einlass ab 18 Uhr, Programm ab 18.30 Uhr bis ca. 21.30 Uhr.

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